Ein oder gar mehrere Semester im Ausland zu studieren – das ist für viele junge Studenten sehnlichster Wunsch und Krönung des akademischen Werdegangs. Dank des Erasmus-Programms ist dies in der Durchführung mittlerweile relativ einfach geworden. Aber was ist das Erasmus-Programm?

Die EU als Initiator

Das Erasmus-Programm ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, an dem zum heutigen Stand alle 27 Mitgliedsstaaten der EU sowie Norwegen, Island, die Schweiz, die Türkei, Kroatien und Liechtenstein teilnehmen. Erasmus kann als Akronym gelesen werden und bedeutet: EuRopean (Community) Action Scheme for the Mobility of University Students. Das Programm ist dabei der Teil eines weiter gefächerten EU-Förderprogramms, das bis 2006 als Sokrates-Programm bekannt war und heute EU-Programm für Lebenslanges Lernen heißt. Das Erasmus-Programm ermöglicht es jungen Studenten, in jedem der oben genannten Länder zu studieren und sich die dort erworbenen Leistungen mittels des durch den Bologna-Prozess mittlerweile vereinheitlichten ECTS-Systems (European Credit Transfer System) im jeweiligen Heimatland anerkennen zu lassen. Somit bringt ein internationales Studium nicht nur eine Vielzahl an neuen kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Eindrücken für den Studierenden, sondern auch handfeste Leistungspunkte, die in Bachelor- oder Master-Modulen eingebracht und angerechnet werden können.

Finanzierung des Erasmus-Programms

Finanziert wird das Erasmus-Programm, das übrigens nach dem niederländischen Universalgelehrten Erasmus von Rotterdam benannt wurde, aus dem Haushalt der EU mit etwa 450 Millionen Euro pro Jahr. Diese werden an die Töpfe der teilnehmenden Hochschulen verteilt, dort wiederum gibt es Dienste innerhalb der Hochschule, die sich ausschließlich um das Auslandsstudium kümmern. In Deutschland ist dies beispielsweise der DAAD (Deutsche Akademische Auslandsdienst). Dabei geschieht diese Verteilung anteilig der jeweiligen jährlichen Studierendenzahlen. Heißt im Klartext: Länder mit vielen Studenten bekommen mehr Geld vom Erasmus-Programm zur Verfügung gestellt.

Finanzielle Förderung

Natürlich können die geförderten hier keine Reichtümer erwarten, aber ein sogenannter Mobilitätszuschuss von rund 200 Euro pro Monat kann beispielsweise eine Miete in dem Gastland durchaus ermöglichen. In jedem Fall jedoch ist ein Auslandssemester eine ungemein bereichernde Sache.

Dieses Foto: Warren Rosenberg – Fotolia

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